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Für uns ist züchten mehr als 2 Mäuse zusammen zu setzen und auf Nachwuchs zu warten... für uns ist es Passion!

Wir sind hoffnungslos in die kleinen Nager verliebt, wir lieben wie sie Futter knuspern, wie sie zärtlich miteinander kuscheln und im nächsten Moment wild durch die Gegend düsen. Es ist einfach wunderbar das "Wunder des Lebens" miterleben zu dürfen und zu beobachten, wie aus den kleinen Würmchen wunderschöne Mäuse mit unterschiedlichen Charakteren werden.

Ein weitere wichtiger Aspekt ist der Tierschutzgedanke, zum einen durch geziehlte Zucht die Population gesunder Farbmäuse zu erhalten, zum anderen eine Alternative zu bieten zu Tieren aus dem Zooladen, die öft aus kathastrophalen Massenzuchten aus dem Ausland stammen.


Oft werden wir gefragt, warum wie so viele Mäuse haben, und nicht mit 10 oder 15 Tieren arbeiten, die Antwort ist recht simpel:

Wir verfolgen Zuchtziele und Mäuse sind relativ empfindliche Geschöpfe mit kurzer Lebensdauer!

Daraus resultiert, dass man viele Nachzuchten behalten sollte, denn nur ca 5-10 % der Nachzuchten sind später überhaupt für die Zucht geeigent. Ebenso kann es passieren, dass Mäuse sterben, da sie krankheitsanfällige Tiere sind.


Zu dieser Thematik hier noch ein Text des DMRM e.V.:
Warum hat ein Züchter eine große Anzahl an Tieren?
Züchtern wird gern vorgeworfen, ihre Anzahl an Tieren sei viel zu hoch und in den Köpfen mancher Laien schwebt aus vielerlei Gründen die Vorstellung, dass eine kleine Zucht eine bessere, liebevollere Zucht sei. Natürlich lässt sich allein durch den Besitz eines Männchens und eines Weibchens Nachwuchs bereits produzieren, viel mehr jedoch auch nicht. Gelungene und verantwortungsbewusste Zuchtauslese erfordert einiges mehr.
Ernsthafte und verantwortungsbewusste Zucht dient in ihren Zielen der Erhaltung und Förderung einer Art bzw. Rasse und schließt nach Möglichkeit ebenfalls eine Verbesserung mit ein.
Sie denkt nicht nur bis zu den nächsten Würfen, sondern in vielen Generationen und an die Zukunft der Art bzw. Rasse im Ganzen. Sie arbeitet schrittweise innerhalb vieler kleiner Teilziele, um sich im Laufe der Jahre so weit wie möglich den großen Zielen nähern zu können. Der einzelne Züchter arbeitet gar oft in dem Bewusstsein, selbst den Erfolg und die Früchte der eigenen Zuchtarbeit hinsichtlich der ganz großen Ziele unter Umständen gar nicht mehr erleben und ernten zu können.
Zuchtziele zu definieren bedeutet, sich auf den Weg zu begeben und daran zu arbeiten, sie möglichst zu erreichen.
Zuchtziele sind keine fertigen Ergebnisse, die man nur noch züchterisch vervielfältigen muss.

Im Folgenden ein Einblick in die Farbmauszucht, der je nach dem Stand der Erbgesundheit der Hobbyzuchtpopulation auf andere Nagerarten übertragbar ist.

Stammtiere – Zuchttiere – notwendiger Gesamtbestand zur Zuchtauslese


Um sich innerhalb der Farbmauszucht den kleinen Teil- und großen Endzielen annähern zu können, ist zumindest ein Basiswissen bzgl. Zucht im Allgemeinen sowie eine sehr strenge Zuchtauslese hinsichtlich Gesundheit, Wesen und äußerer Erscheinung erforderlich.
Allein die verantwortungsbewusste Zuchtauslese nur nach gesundheitlichen Kriterien mit dem Ziel, negative erbliche Dispositionen so weit wie möglich auszugrenzen, einzudämmen oder gar auszumerzen setzt beim Züchter ein Minimum von etwa 20-50 Stammtieren pro Rasse (Zuchtfarbe), die gezüchtet wird, voraus. Bei anderen Hobbyzuchtformen als der Rassezucht, aus denen ebenfalls Heimtiere hervorgehen sollen, stellt die o. g. Anzahl ein Minimum für den zur Zuchtauslese notwendigen Gesamtbestand dar. 

Stammtiere sind nicht gleichzusetzen mit Zuchttieren.
In einer verantwortungsbewussten Zucht geht nach abschließender Zuchtauslese von vier bis zu zwölf Monaten (in einigen Fällen sind rund neun bis zwölf Monate notwendig) tatsächlich nur ein Bruchteil der Stammtiere als Zuchttiere in die weitere Zucht für die nächste Generation. Der Anteil männlicher Stammtiere für eine gelungene Selektion sowie eine Vermeidung des übermäßigen Einsatzes eines einzelnen Männchens, die ein gewissenhafter Züchter ebenfalls halten muss, beträgt dabei durchaus 25 bis 50 Prozent der Mäuse einer Rasse bzw. des Gesamtbestandes.

Ein ernsthafter Züchter hält somit zwangsläufig wesentlich mehr Tiere als er letztendlich in der Zucht einsetzen wird. Er ist stets darauf bedacht, mehrere Mäuse beiderlei Geschlechts aus einem Wurf bei sich zu behalten, um nur mit den besten Tieren weiter züchten zu können und um möglichst viele Rückschlüsse auf die Anlagen der Elterntiere sowie deren Vorfahren ziehen zu können. Bereits zur Zucht verwendete Tiere verbleiben nach Möglichkeit lebenslang beim Züchter oder einer vertrauten Person, um deren weiteren Verlauf hinsichtlich ihrer Veranlagungen beobachten zu können. Bei den wenigen Abgabetieren, die bedingt durch diese Zuchtverfahren in Liebhaberhände gelangen, ist der Züchter bemüht, deren Entwicklung mitverfolgen zu können. Dies erfordert eine gewisse Mithilfe durch die Abnehmer, welche sorgsam ausgesucht werden.

Können die o. g. Bedingungen bei einer Geschwister- oder Elterngeneration einmal nicht eingehalten werden und ist über die Verwandtschaft der Zuchttiere bisher nichts oder wenig bekannt, wird die Nachzucht entweder gar nicht als Heim- oder Zuchttier abgegeben oder aber der zukünftige Besitzer wird entsprechend über den Mangel an Hintergrundwissen bzgl. der Erbanlagen der Tiere deutlich informiert.

Zuchtauslese nach rein optischen Gesichtspunkten ist weit weniger zeitaufwändig.

Sie beginnt beim Jungtier und endet nach vier bis maximal sechs Monaten.
Ein Züchter, den nur Äußerlichkeiten interessieren, wird seine Mäuse jünger verpaaren und muss weit weniger Stammtiere halten als jemand, dem auch gesundheitliche Aspekte wichtig sind. In vielen ausländischen Showzuchten sind Mäuse über einem Alter von sechs Monaten nicht im Bestand zu finden. Alttiere sind einfach nicht mehr von Interesse und werden entsorgt. Die reine Showzucht unterscheidet sich somit erheblich von der Rassezucht, wie sie in Deutschland praktiziert wird. Auch Hobbyzuchten, in denen es um niedliche, bunte Mäuse geht, zeichnen sich selten durch langfristige Zuchtselektion mit entsprechend großer Auswahl an möglichen Zuchttieren aus.
Züchter, deren Intention Futtertiere zu erzeugen ist, verfolgen vor allem das Interesse, fruchtbare Mäuse zu haben. Die Lebenserwartung spielt weniger eine Rolle, so lange die Tiere es schaffen, sich zu reproduzieren (ein Mäuseweibchen kann bereits mit rund 47 Tagen den ersten Wurf gebären) oder gegebenenfalls so lange zu leben, um ihre Endgröße zu erreichen. Ein Futtermauszüchter kann auch wenig nachvollziehen, warum ein oder zwei Würfe im Leben eines Weibchens ausreichend sein sollen. Im privaten Bereich hat durchaus ein Wandel im Bewusstsein einiger Futtertierzüchter stattgefunden, der sich jedoch mehr auf die Punkte Haltung und Ernährung bezieht, weniger auf geduldige Zuchtauslese.

Zusätzlich zu den genannten Gründen für die Notwendigkeit einer hohen Anzahl an Stammtieren kommt der Umstand hinzu, dass ein Züchter bemüht sein muss, innerhalb seines eigenen Bestandes eine möglichst hohe genetische Varianz aufzubauen. Mit ausschließlich irgendwie verwandten Tieren endet der Züchter nach einem gewissen Zeitraum in einer Sackgasse. Gleichzeitig ist es nie leicht, passendes und hoffentlich (einigermaßen) erbgesundes "Frischblut" zu bekommen und man kann und darf sich beim Aufbau eines Zuchtstammes nicht darauf verlassen, beständig auf den Pool anderer Zuchten zurückgreifen zu können. Pflicht eines jeden Züchters ist somit, innerhalb der eigenen Zucht mehrere getrennte Linien (pro Rasse) aufzubauen.
copyright DMRM e. V. 2009


Warum ist strenge und langfristige Zuchtauslese notwendig?
Neben der traurigen Tatsache, dass Neid und Missgunst unter Züchtern immer wieder dazu führt, dass Probleme in Zuchten lieber totgeschwiegen werden - ein guter Züchter ist schließlich der, bei dem nie etwas Negatives passiert - existieren noch weitere Gründe, warum Erbkrankheiten selten öffentlich thematisiert werden. Nennen wir nur ein paar davon:
Der eine Züchter schweigt lieber darüber, der andere bewertet Defekte niedrig, der nächste bemerkt nichts, weil die Tiere nur ein halbes bis dreiviertel Jahr gehalten oder gar der Großteil an Nachzuchten als Futtertiere verwendet werden, ein weiterer ist Neuzüchter, kreuzt zunächst Tiere verschiedener Herkunft und bleibt vom Auftreten unangenehmer Dinge eine ganze Weile verschont, noch jemand bleibt seiner Linie (die vielleicht "sauber" ist) treu und endet "höchstens" bei Inzuchtdepressionen, die wieder zu Verlusten der Fruchtbarkeit führen, so dass die Tiere sich nur noch durch frühen Zuchtansatz reproduzieren können. Außerdem beenden viele Hobbyzüchter die Zucht aus mannigfaltigen Gründen vor Ablauf von ein oder zwei Jahren wieder. Zu früh, dass ihnen überhaupt etwas auffallen konnte.                   
Farbmäuse gehören zu den mit Erbdefekten stark belasteten Tieren. Dies betrifft sämtliche Mäuse, egal welcher Herkunft (Zuchtstätte oder Nationalität) oder welchen Typs und auch die Rassetiere natürlich eingeschlossen.
Einige in Hobbyzuchten bisher aufgetretene negative erbliche Anlagen sind:


- (frühe) Tumorentwicklung der Weibchen
- Dispositionen zu Fettleibigkeit (nicht nur bedingt durch das Farballel A[y])
- Verhaltensstörung des "Tasthaarfressens" (sukzessives Abbeißen/Ausreißen der Barthaare aller anderen Tiere der Gruppe; tritt hauptsächlich bei Weibchen auf)
- Deformationen des Schwanzes (Knicke, Verkürzungen, Ringelungen, Schwanzlosigkeit)
- Verhaltensstörung des Fellrasierens (andere Gruppenmitglieder werden speziell im Bereich des Kopfes und Nackens kahl geschoren)
- Kratzneurosen (zwanghaftes Kratzen bis zum partiellen Fellverlust gepaart mit Blutungen und Entzündungen)
- Epilepsie
- Diabetes
- Lid Gap (geöffnete Augenlidspalte bei Neugeborenen)
- Zehanormalien


Nur wenige der genannten Defekte äußern sich bereits beim Welpen oder Jungtier. Manche Negativanlagen sind ab drei bis vier Monaten erkennbar, doch meist dauert es länger bis zum sichtbaren Auftreten. Auch können gar neun bis zwölf Monate bis zum phänotypischen Auftreten vergehen. Langfristige Zuchtauslese ist zwar bei Weibchen besonders angebracht, doch auch Männchen sollten nicht als "junge Kerle" bereits zur Zucht eingesetzt werden, um zunächst abzuwarten, was sie zu einem späteren Zeitpunkt zeigen oder nicht. Zudem offenbaren die Schwestern im Laufe ihres Lebens, welche Anlagen die Brüder weiter geben könnten. Denn auch wenn die Männchen einige Defekte selbst nicht im Phänotyp entwickeln, vererben sie die negativen Anlagen dafür genauso weiter wie die Weibchen.

Die meisten Züchter sind jedoch wenig oder gar nicht bereit, solche "Horrorgeschichten" zu glauben und selbst von alterfahrenen Züchtern betreute Neuzüchter verdrängen dies anfangs oft - welcher begeisterte Mäusefreund hört so etwas auch schon gern?!
Viele Züchter müssen darum erst am eigenen Leib erleben, was alles an Üblem in den Mäusen steckt, bis sie diese Tatsache wirklich verinnerlichen können.
Leider gehen jedoch zumeist etwa 1,5 - 2 Jahre intensiver Zucht ins Land bis ein Neuzüchter die traurige Wahrheit an seinem eigenen Mäusebestand (ansatzweise) erkennen kann - vorausgesetzt, er führt keine Kleinzucht und arbeitet innerhalb dieses Zeitraumes auch selektiv und kontinuierlich an einem eigenen Zuchtstamm.
Werden allerdings stets die gleichen Zuchttiere oder regelmäßig Zuchttiere aus diversen anderen Zuchten eingesetzt - schlimmstenfalls wiederum aus jungen Zuchten, wo kein oder kaum Hintergrundwissen bzgl. der Zuchttiere und deren Vorfahren besteht - können negative Anlagen durchaus noch ein wenig länger im Verborgenen bleiben als die genannten zwei Jahre, werden aber gleichzeitig durch das Verpaaren von Tieren aus verschiedener Herkunft schön gleichmäßig verbreitet.

Die stetig wachsende Beliebtheit der Farbmauszucht sowie der Glaube, es sei ein leichtes Hobby für jedermann, führt aber wiederum dazu, dass sich in kontinuierlicher Regelmäßigkeit Neueinsteiger mit dem frischen Elan, den man bei einem neuen Hobby üblicherweise an den Tag legt, über das Thema Mäusezucht auslassen, obwohl sie von diesem noch verhältnismäßig wenig Kenntnis und noch weniger Erfahrung haben. Schnell wird dabei über das Ziel hinausgeschossen, weil positive Schlüsse auf die Erbgesundheit und Stabilität des eigenen Bestandes gezogen werden, faktisch jedoch noch gar nicht gezogen werden können. Zuchtanfänger machen wahrhaftig anfangs zumeist augenscheinlich positive Erfahrungen hinsichtlich der Erbgesundheit der Mäusepopulation, weshalb sie noch nicht viel zur Aufklärung über erbliche Belastungen und deren Konsequenzen für die Zucht beitragen können.

Es gibt sie diese "Dämonen" im Erbgut, denen der Züchter durch verantwortungsbewusste Auslese der Zuchttiere sowie entsprechender Wahl der Zuchtpartner versuchen sollte, so gut er kann entgegenzuwirken. Zuchtauslese kann nicht ausschließlich auf einige Wochen oder wenige Monate beschränkt sein, bereits eingesetzte Zuchttiere und deren Nachkommen müssen langfristig beobachtet werden, denn Negativanlagen treten meist erst spät bis sehr spät zutage.

Ein weiterer Faktor, warum Zuchtauslese und Beobachtung über einen langen Zeitraum sowie streng durchgeführt werden muss und eine entsprechend hohe Anzahl an Auswahlmöglichkeiten (Stammtieren) erforderlich ist, ist der traurige Umstand, dass in der Farbmauszucht intensive Selektion hinsichtlich eines intakten Immunsystem notwendig ist. Eine recht hohe Zahl an bakteriellen Erregern, die die Mäusegesundheit gefährden, sind weltweit und flächendeckend verbreitet.
Es sind keinerlei keimfreie Hobbyzuchten bekannt und selbst in der besten Zucht kann es dementsprechend im Laufe der Jahre zu gesundheitlichen Ausfällen kommen, wobei die Tiere sich mehr oder weniger hinsichtlich der Stabilität ihres Immunsystems unterscheiden. Um zu gewährleisten, dass auch in dieser Hinsicht ausschließlich mit den Mäusen gezüchtet wird, deren Immunsystem sich als am besten ausgeprägt erweist, muss der Züchter sich also Zeit bei der Auslese und Beobachtung nehmen (immunschwache Tiere geben sich mit zunehmendem Alter zu erkennen) und über genügend Auswahltiere für die Zuchtselektion verfügen. copyright DMRM e. V. 2009


Liebhaberhaltung und Zuchthaltung sind in keiner Weise miteinander vergleichbar, sondern müssen als eigenständige Themen betrachtet werden.

Auch die Haltung in einer (kleinen) privaten Futtermauszucht unterliegt anderen Bedingungen, weil die primäre Zuchtintention eine andere ist und darum z. B. bereits die Bestandsgröße eher minimal ausfällt.

Anmerkungen:

-Im folgenden Text wird zur Vereinfachung der allgemeine Begriff "Käfig" verwendet, weil jeder Leser sich darunter etwas vorstellen kann.

-Da die Anforderungen der zuchtgerechten Haltung nicht allein in Stichworten oder wenigen Sätzen dargestellt werden können, muss die Information umfangreich und recht ausführlich geschehen.
 
-Entgegen in der Vergangenheit aufgetretener Gerüchte schreibt der DMRM seinen Züchtern nicht vor, wie sie ihre Mäuse zu halten haben. Die Zuchtordnung verlangt lediglich: "Züchter müssen über die nötigen Räumlichkeiten und eine entsprechende Zuchtanlage verfügen, um eine zuchtgerechte Unterbringung der Mäuse gewährleisten zu können und hygienischen Anforderungen innerhalb einer Zucht gerecht zu werden." (§ 3, Abs. 5). Wie dieses auszusehen hat, erfährt der Züchter im Austausch mit anderen Züchtern und anhand eigener Erfahrungen. Zusätzlich sprechen die Mitglieder der Zuchtkommission Empfehlungen aus, die Hilfestellungen bzgl. der zuchtgerechten Haltung beinhalten. Zu diesen Empfehlungen zählen u. a. die Makrolonboxen, deren zu bevorzugender Einsatz im Folgenden deutlich werden dürfte.

-Makrolonboxen sind spezielle Käfige für Nager, die insbesondere im Bereich der Forschung für die Haltung und Zucht von Nagern eingesetzt, aber auch in kommerziellen, veterinärmedizinisch überwachten Nagerzuchtbetrieben Verwendung finden. Da sie im Gegensatz zu handelsüblichen Käfigen, Eigenbauten oder sonstigen Käfigalternativen den Anforderungen an zuchtspezifische Haltung gerecht werden, sind diese Boxen auch in privaten Zuchten vielfach im Einsatz. Die Boxen haben eine Schale aus einem speziellen, besonders belastbaren Kunststoff, dem Makrolon (Markenname für ein von der Bayer Material Science AG entwickeltes Polycarbonat). Die Deckel dieser Boxen werden aus rostfreiem Edelstahl (V2A) hergestellt.

 Gruppengrößen in der Zucht

 Stamm- und Zuchttiere werden begründet nicht in Großgruppen zusammengefasst, sondern leben in verschiedenen Gruppen von zwei bis etwa vier Mäusen. Anfängliche Junggruppen können diese Anzahl kurzfristig überschreiten, Aufzuchtgruppen sind zwangsläufig bis zum Ende der Aufzucht der Nachzucht größer.

Gründe für Kleingruppen:
-Aktive Zuchtmännchen leben abwechselnd regulär mit nur einer Partnerin zur Anpaarung für einen gewissen Zeitraum zusammen. Jedes aktive Zuchtmännchen beansprucht somit einen Käfig für sich. Zuchtmännchen, die weniger eingesetzt werden oder längerfristig pausieren, haben einen Alternativpartner (Kastrat, steriles Weibchen, Jungmännchen).

-Für Stammmännchen steigert eine dauerhafte Großgruppe den Konkurrenzstress unverhältnismäßig stark und ist somit nicht empfehlenswert. Eine Ausnahme ist der Zeitraum der ersten Lebenswochen, um im Verlauf der Zuchtauslese kleine Gruppen bilden zu können. Da Männchen-Vergesellschaftungen nur in ganz jungem Alter möglich sind, ist dieser Weg sinnvoll, damit es nachher nicht zu Einzeltieren kommt.

-Große Aufzuchtgruppen (höhere Anzahl an erwachsenen Tieren) haben viele Nachteile wie z. B.: zu großes Gedränge am Nest, gesteigerte Konkurrenz bei der Fütterung (Stressfaktor), übermäßige Fehlernährung nicht trächtiger oder nicht säugender Weibchen (hohe Belastung der Nieren aufgrund der verstärkten Eiweißfütterung in der aktiven Zucht- und Aufzuchtphase, Gefahr des Verfettens wegen des höheren Fettgehalts der Zuchtnahrung), zu starkes Aufkommen von Kot und besonders Urin im Aufzuchtkäfig (Muttertiere fressen und trinken erheblich mehr und scheiden entsprechend viel wieder aus und die Gruppe ist bedingt durch die zusätzliche Anwesenheit von Welpen, die nach einer Weile ebenfalls in den Käfig koten und urinieren, auch ohne viele adulte Mäuse bereits recht groß), zu viele verschiedene Charaktere treffen bei einer größeren Gruppe aufeinander, so dass beispielsweise die Nestposition zum Streitpunkt werden kann, …

-Große Gruppen weiblicher Stammtiere scheinen in der Theorie gut möglich, bergen aber ein hohes Risiko: Sollte innerhalb einer dieser Gruppen eine ansteckende Erkrankung auftreten, läuft der Züchter Gefahr, mit einem Schlag eine verhältnismäßig hohe Anzahl an Tieren zu verlieren (dabei ist nicht zu vergessen: hinter jeder gezüchteten Maus steckt ein Plan, der ausgearbeitet wurde und steckt ein Teil des Genpools).



Rund gerechnet sind in einer gut aufgebauten Zucht je nach Anzahl der gezüchteten Rassen (Farbvarianten) permanent etwa 20 bis 80 Käfige für die Stammtiere gleichzeitig im Einsatz. Zusätzlich zu den Käfigen für die Stammtiere, kommen in regelmäßigen Abständen übergangsweise noch Käfige für Abgabemäuse oder gelegentlich auch Quarantänekäfige (für Neuzugänge) hinzu.

Diese Rahmenbedingungen zur Führung einer Farbmauszucht erfordern ein hohes Maß an Platz und entsprechenden Zeitaufwand für die Reinigung der Käfige. Neben Beruf, Familie usw. sowie allen weiteren Anforderungen, die das Hobby der Zucht stellt, muss es für den Züchter leistbar sein, dass Käfige und Tiere nicht verwahrlosen.

Doch ist es nicht allein die Anzahl an Stammtieren und Käfigen oder der zeitliche Reinigungs- und Pflegeaufwand, der die Alternativen an Käfigvarianten für eine Zucht stark eingrenzt.
Ein für die Haltung in der Zucht geeigneter Käfig muss dauerhaft weiteren zuchtspezifischen Anforderungen gerecht werden.

Voraussetzungen und Bedingungen, die ein Käfig für die zuchtgerechte Haltung erfüllen muss:

Der Käfig muss einem hohen Anspruch an die Hygiene gerecht werden.
Dies meint keine Sterilität oder übertriebene Sauberkeit, denn auch eine Maus muss nach dem "Abstillen" ihr Immunsystem zunächst aufbauen, was unter sterilen Verhältnissen nicht möglich ist und bei überpenibler Sauberkeit erschwert wird.
Mäuse hinterlassen eine recht große Menge an Ausscheidungen, wobei speziell der viele abgegebene Urin eine Belastung bei der Unterbringung darstellt.
Aufgrund ihrer Körpergröße produzieren Rassemäuse sogar etwas vermehrt Kot und Urin als ihre anderen Artgenossen - ihr kleiner Nachteil. Sie fressen und trinken durchaus mehr und verunreinigen ihren Käfig dadurch auch etwas schneller und stärker. Kommt noch der Umstand des Züchtens hinzu, muss deutlich gesagt werden, dass eine Aufzuchtgruppe aufgrund der verstärkt produzierten Urinmengen sowie der notwendigen Fütterung von tierischem Eiweiß während dieser Zeit mehr Geruch verbreiten kann als eine Männchengruppe.

Zusätzlich zu der Tatsache, dass Mäuse im Vergleich zu anderen Nagern viel Urin ausscheiden, kommt weiterhin dazu, dass sie und insbesondere die Männchen Reviermarkierungen nicht über Duftdrüsen, sondern über Urin tätigen. Dies führt zu einer gleichmäßigen Ausbreitung einer klebrigen, übel riechenden Masse überall dort, wo markiert werden kann. Was das in einer Zucht mit entsprechend hoher Anzahl an männlichen Mäusen bedeutet, ist selbsterklärend.

Ein Käfig, der beim Saubermachen nicht heiß ausgewaschen und bei dem nur die Streu gewechselt oder vielleicht noch mit einem Lappen oder Schwamm durchgewischt werden kann, ist zumindest in einer Zucht hygienisch durchaus als bedenklich zu bezeichnen. Zudem steigert sich ohne das Auswaschen die Geruchsbelästigung zunehmend im Laufe der Zeit, weil die für die Geruchs- und Ammoniakbildung verantwortlichen Bakterien erhalten bleiben. Insbesondere Holzkäfige sind nach einer Weile der reinste Bakterienpool.

Doch nicht nur dort, wo Urin-Ecken zu finden sind, muss die Möglichkeit einer gründlichen Reinigung gegeben sein. Auch z. B. Gitter werden von Mäusen verunreinigt und Männchen schaffen es in ihrem Markierungsbestreben gar, diese komplett mit der oben erwähnten Masse zu versehen. Gitter sollen und müssen nicht bei jeder Käfigreinigung gesäubert werden. Dennoch wird dies in einer Zucht in regelmäßigen Abständen notwendig, weil einerseits viele Männchen gehalten werden und andererseits die Mäuse in ihrem Leben mehrmals den Käfig wechseln müssen. Spätestens dann sollte das gesamte Gitter aus hygienischen Gründen vollständig unter heißem Wasser gesäubert werden. Eine Handlung, die Züchter also zwangsläufig oft vollziehen müssen.

Wirklich interessant wird das Thema Hygiene jedoch erst, wenn es zu Krankheitsfällen kommt, wovor kein Züchter geschützt ist. In einer Zucht ist das Risiko von Infektionen sowie einer epidemischen Ausbreitung auf den Gesamtbestand bedingt durch Neuzugänge und höhere Anzahlen an Tieren im Gegensatz zum Halter vergleichsweise hoch.
Um die Gefährdung des Bestandes im Falle von Erkrankungen so niedrig wie möglich zu halten, muss der für den Züchter geeignete Käfig komplett und effektiv gereinigt und desinfiziert werden können. Da es Erreger gibt, gegen die nicht unbedingt jedes herkömmliche Desinfektionsmittel ausreichend wirkt, müssen die Käfige einiges aushalten können, wie z. B. Chlorbäder, Behandlungen mit Wasserstoffperoxid, …
Diese Maßnahmen mögen übertrieben erscheinen, zumal Epidemien zu den Ausnahmeerscheinungen gehören. Jemand, der solches noch nie erlebt hat, wird sich auch kaum vorstellen können, wie schrecklich und grausam Krankheiten im Ernstfall um sich greifen können. Man glaubt natürlich auch gern, dass einem selbst so etwas nie passieren kann - manchmal sogar so lange bis "das Kind in den Brunnen fällt".

Zusammenfassend kann man sagen, dass Holz als Material zu unhygienisch ist (selbst der beste, gesundheitlich für die Tiere unbedenkliche Lack hält dem aggressiven Urin auf Dauer nicht stand). Zudem leiden Holzkäfige im Laufe der Zeit zu stark unter dem Nagetrieb mancher Mäuse. Gitterkäfige können nicht ohne weiteres bis in jede Ritze heiß gereinigt werden, wobei die Gitter gleichzeitig von den Tieren stark verunreinigt werden. Aquarien bzw. Terrarien können in den mit Silikon gefüllten Ecken Bakterienherde bilden und sie sind außerdem für das notwendige und häufige Herumtragen für die Reinigung unter heißem Wasser zu schwer und dabei auch noch extrem riss- und bruchgefährdet.

An Materialen, die für Käfige in einer Zucht geeignet sind, bleiben sehr wenige zur Auswahl übrig und tatsächlich findet sich keine bessere Alternative als ein entsprechend belastbarer und harter Kunststoff, der nach Möglichkeit auch noch durchsichtig ist, um Einblicke zu gewähren.

Der Käfig muss leicht bis in die kleinste Ecke zu reinigen sein. Da mittlerweile erläutert ist, dass Züchter eine stattliche Anzahl an Käfigen zu reinigen haben, erklärt sich diese Aussage quasi von selbst. Der Züchter kann sich nicht erlauben, 20-30 Minuten (oder länger) pro Käfig zu investieren. Ebenso muss der Käfig leicht zu handhaben sein, damit ein Auswaschen unter heißem Wasser überhaupt möglich ist.

Der Käfig muss die Möglichkeit bieten, selbst bei Besatz mit Welpen, die noch im Nest liegen oder gerade "flügge" geworden sind, gereinigt zu werden. Dies erfordert, dass das Reinigen schnell und reibungslos vonstatten gehen und dass auch eine Reinigung von Teilbereichen durch leichtes Herankommen rasch erledigt werden kann.
Abgesehen davon, dass es (zumindest bezogen auf Hobbyzuchttiere) zu den Ammenmärchen gehört, dass man Käfige mit Welpen nicht reinigen darf, weil diese dann gefressen werden, wurde bereits angesprochen, dass die Verunreinigung in einem Aufzuchtkäfig rasch vonstatten geht und recht hoch ist. Eine säugende Maus kann es schaffen, binnen zwei, drei Tagen eine völlig durchnässte, großflächige Urin-Ecke zu erzeugen. Eine Reinigung von Aufzuchtkäfigen während der Aufzucht ist unabdingbar, um eine zu hohe Ammoniakkonzentration im Käfig zu vermeiden, muss aber so stressfrei wie irgend möglich durchführbar sein. Großartiges Herumfuhrwerken auch z. B. mit Käfiginventar erhöht den Stressfaktor, verlängert den Reinigungsprozess unnötig und führt gegebenenfalls zum Herumschleppen von Welpen oder Schlimmerem.

Der Käfig muss eine hohe Luftzirkulation garantieren. Ein Punkt, der in einer Zucht wegen vieler stark urinierender Männchen, Aufzuchtgruppen mit einer hohen Anzahl an Bewohnern (Welpen plus regulär zweier adulter Mäuse) sowie vermehrt Urin ablassender Weibchen, einen noch höheren Stellenwert hat als in der Liebhaberhaltung. Aufgrund der Anforderungen an Reinigung und Hygiene sowie wegen ihrer kleinen Türen, die das Herausholen der Mäuse zu einem leidigen Unterfangen machen, sind handelsübliche Gitterkäfige mit ihren Kunststoffunterschalen, trotz der guten Belüftung, die sie bieten, nicht geeignet. Da in Zuchten aus hygienischen Gründen auf Schalen aus Kunststoff mit lediglich einem Gitterdeckel zurückgegriffen wird, dürfen die Schalen zwangsläufig nicht sehr hoch sein, um ausreichende Luftzirkulation im Käfig zu gewährleisten.
Höhere Schalen aus einem weicheren Kunststoff als Makrolon, die den Einsatz von seitlichen Gittern oder das Bohren von Löchern ermöglichen, sind nur bedingt eine Alternative. Sie bieten an den Belüftungsstellen wiederum Angriffsfläche für Bakterien (beim Gittereinsatz) und führen oft zu zerstörerischen Nagetätigkeiten an den Löchern.

Käfige in einer Zucht müssen einen raschen Überblick über jedes einzelne Tier ermöglichen. Der Züchter muss quasi auf einen Blick erkennen können, ob es einer Maus vielleicht nicht so gut geht wie es sollte. Bei der hohen Anzahl an Mäusen und Käfigen in einer Zucht müssen die Käfige entsprechende Einblicke gewähren, ohne dass der Züchter stundenlang warten muss, um eine bestimmte Maus zu Gesicht zu bekommen oder er diese gar erst aus dem Käfig herausholen muss, um zu sehen, wie es dem Tier geht.
Dass das umgehende Erkennen von evtl. erkrankten Tieren besondere Bedeutung hat, muss wohl nicht erläutert werden.
Speziell in einer Zucht gilt natürlich auch, dass Weibchen in der Anpaarungszeit bzw. während der Trächtigkeit leicht zu begutachten sein müssen. Ein herannahender Geburtstermin muss ohne Aufwand durch bloßes Hinschauen festgestellt werden können.

Die verwendeten Käfige müssen eine Kontrolle von Welpen im Nest ermöglichen, ohne dass jedes Mal in den Käfig gegriffen werden muss.
Ein Züchter muss den Zustand seiner Welpen von Geburt an täglich kontrollieren. Neben intensiven Begutachtungen, die kurz nach der Geburt und daraufhin in größeren Abständen erfolgen, ist ein täglicher Blick auf die Welpen erforderlich. Um die Angelegenheit nicht in Stress für die Mütter ausarten zu lassen, muss es möglich sein, dieses durch einfaches Hinschauen erledigen zu können.

Der Käfig muss gewährleisten, dass einzelne Mäuse rasch und problemlos herausgenommen werden können.
Neben der Tatsache, dass es für eine Maus Stress hervorruft, wenn sie erst "stundenlang" eingefangen werden muss, ist es bei der Betreuung der hohen Anzahl an Tieren in einer Zucht absolut angebracht, dass der Züchter zügig an jedes Tier herankommen kann. Man bedenke auch, dass z. B. das Voranschreiten einer Trächtigkeit ein regelmäßiges Betasten der Maus vom Züchter verlangt.
Besondere Situationen, wie die in regelmäßigen Abständen durchzuführende Behandlung des Gesamtbestandes gegen Darmparasiten (vergleichbar dem Entwurmen von Hunden und Katzen), müssen auch in der Praxis für den Züchter zeitlich leistbar sein.

Fütterung und Wasserversorgung müssen bei Käfigen in einer Zucht einfach zu handhaben sein. Regelmäßig frisches Trinkwasser zu geben und dabei die Flaschen auszuspülen gehört zum Züchteralltag (nur Wasser nachzufüllen und das erst, wenn die Tränke leer ist, reicht nicht aus). Dieses mit 20-80 Tränken zu betreiben und gleichzeitig dafür sorgen zu müssen, dass auch jede Gruppe ihre eigene Trinkflasche zurück erhält, bedeutet einen gewissen Aufwand. Dieser darf nicht dadurch erschwert werden, dass Trinkflaschen umständlich angebracht sind. Das Abnehmen und wieder Anfügen sollte quasi mit einem Griff zu erledigen sein.
Gleiches gilt für die Fütterung. Einstreuen der Körner muss möglich sein. Weiterhin ist wichtig, dass z. B. säugende Weibchen über Raufen 24 Stunden täglich über zusätzliches Futter verfügen können. Näpfe sind keine Alternative, weil diese verunreinigt werden.

Käfige für eine Zucht müssen Platz sparend gelagert werden können. Neben den vielen Käfigen, die im Einsatz sind, hat ein guter Züchter für alle Fälle stets einige freie Käfige zur Verfügung.
Wechselkäfige oder freie Käfige müssen die Möglichkeit bieten, so gelagert werden zu können, dass sie möglichst wenig Raum einnehmen.

Der Käfig muss bequem zu handhaben sein und die Möglichkeit einer Umplatzierung bieten. In einer Zucht ist es normal, dass regelmäßig umgehend weitere Käfige aufgestellt werden müssen (Anpaarungen, Absetzen von Jungtieren, Geschlechtertrennung, Quarantäne, …) oder dass Käfige umplatziert werden (z. B. um bestimmte Tiere noch besser beobachten zu können).

Das Herstellen von Freiräumen bzw. Abständen muss mit den Käfigen möglich sein. Käfige in einer Zucht dürfen nicht aufeinander gestapelt werden und sollten jederzeit die Möglichkeit bieten, Freiräume bzw. Abstände zwischen Käfigen herzustellen, um bei Bedarf vermeiden zu können, dass Einstreu der einen Gruppe in den Käfig der anderen Gruppe gelangen kann. Diese Maßnahme wird spätestens dann erforderlich, wenn ansteckende Infektionskrankheiten auftreten, bei denen die mit den Erregern kontaminierte Streu einer erkrankten Gruppe nicht in die Käfige anderer Gruppen gelangen soll. Fest installierte Eigenbauschränke oder -regale mit mehreren Käfigetagen sind darum für eine Zucht denkbar ungeeignet.
Auch um Käfige bei Bedarf in einen extra Raum stellen zu können, müssen sie leicht zu transportieren sein.
Im Optimalfall verfügt der Züchter über genügend tiefe und geschlossene Regale, in denen die Käfige abgestellt und jederzeit variabel positioniert werden können.

Käfige in einer Zucht müssen ausbruchsicher sein.
Die Haltung fortpflanzungsfähiger Mäuse beiderlei Geschlechts erlaubt keinerlei Fahrlässigkeit hinsichtlich irgendwelcher Ausbruchsmöglichkeiten, wie sie z. B. Holzkäfige bieten sobald nur ein Tier im Käfig einen hohen Nagetrieb besitzt - dagegen helfen auch keine Äste etc. als Alternativen zum Nagen. Handelsübliche Gitterkäfige bieten manchmal speziell an den Türen Ausbruchsmöglichkeiten für Jungtiere.

Der Käfig muss reibungslose Vergesellschaftungen und eine rasche Entwicklung von Gruppenharmonie ermöglichen.
Mittlerweile ist hinlänglich bekannt, dass Vergesellschaftungen auf kleinem Raum geschehen müssen. In einer Zucht sind Vergesellschaftungen ein sich wiederholender Kreislauf. Züchter bemühen sich zwar, alle anstehenden Vergesellschaftungen auf das nötige Minimum zu beschränken, doch vermeiden lassen sie sich nicht. Sie sind in einem gewissen Maß unumgänglich, weil sonst heilloses Chaos in Form von planloser Dauervermehrung, von Überpopulation in Käfigen oder im anderen Extrem von verbliebenen Einzeltieren und von einer unmöglich gewordenen Identifizierung mancher Tiere entstehen würde.

-Es werden regelmäßig Jungtiere nach Geschlechtern getrennt und in einer Weise in neue Gruppen zusammengefasst, die eine sichere Zuordnung zu den jeweiligen Elterntieren garantiert.

-Weibchen und Männchen werden zur Anpaarung vergesellschaftet. Für gewöhnlich sind dies ein Weibchen und ein Männchen, selten zwei Weibchen und ein Männchen.

-Sollen Welpen nicht von den Eltern gemeinsam aufgezogen werden, wechseln hochträchtige Weibchen vor der Geburt in eine Aufzuchtgruppe (regulär bestehend aus zwei weiblichen Mäusen), um nach der Aufzucht der Jungtiere wieder zu einer Haltungsgruppe von Weibchen zusammengefügt zu werden.

-Bei den Gruppen mit jüngeren Stammtieren verringert sich aufgrund der Zuchtauslese oder des beginnenden Zuchteinsatzes einzelner Bewohner die Anzahl an Tieren in der Gruppe im Laufe der Zeit, so dass bei Bedarf die Gruppe rechtzeitig wieder aufgestockt werden muss, um Einzeltiere zu vermeiden.

-Insbesondere das Vergesellschaften trächtiger Weibchen soll so wenig Stress wie möglich bereiten. Gleichzeitig muss so schnell es geht die Bildung eines notwendigen Minimums an Harmonie unter den Weibchen ermöglicht werden, denn sonst besteht die Gefahr des Tötens von Würfen direkt nach der Geburt.

Die Käfige für eine Zucht müssen die Haltung von Männchengruppen ermöglichen.
Neben Reinigungskriterien bzgl. der Männchenkäfige dürfen Käfige für vitale Männchen nicht groß sein, um eine Gruppenhaltung männlicher Tiere überhaupt zu ermöglichen. Notwendig ist diese Gruppenhaltung innerhalb der Zeit der Zuchtauslese, also bis zum Zeitpunkt des ersten Zuchteinsatzes eines Männchens.
Der Grad der Aggressivität unter Männchen ist zwar charakterabhängig und durchaus innerhalb bestimmter Stämme/Linien ähnlich hoch oder niedrig, aber ein potentes und gesundes, vitales Männchen ist vom Wesen her naturgemäß nie für das Zusammenleben in reinen Männchengruppen ausgelegt. Die Haltung unkastrierter Männchen in einer Gruppe über einen gewissen Zeitraum der Zuchtauslese erfordert genauso einen kleinen Käfig wie das regelmäßige Vergesellschaften der anderen Mäuse in einer Zucht. Durch Kleinraumhaltung erlangt der Züchter zwar keinen lebenslangen Frieden unter den Männchen (die natürliche Aggressivität steigert sich im Laufe des Lebens), aber er verhindert ernsthafte, blutige Kämpfe sowie das Risiko einer derartigen Unterdrückung rangniederer Männchen, dass diese beispielsweise nicht mehr an Futter heran gelassen werden.
copyright DMRM e. V. 2009

 
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